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Ortelsdorfer Straße 46

Lage des Hauses 1942

Im unteren Bereich der Ortelsdorfer (heute Niederwiesaer) Straße lag dieses im August 1989 abgebrannte Haus. Bei dem Brand kam W. Müller, ein verdientes Mitglied der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Empor Ebersdorf, ums Leben. Noch einige Zeit danach war die Ruine mit ihrem Schornstein sichbar, bis sie abgerissen und das Grundstück mit zwei Häusern neu bebaut wurde. Das Gebäude war, wie die unterhalb desselben auf dieser Straßenseite befindlichen auch, auf einer 1738 erkauften Baustelle als Neubau auf dem zu diesem Zweck vom Reichsgrafen Friedrich Karl von Watzdorf zu Lichtenwalde (1764) der Gemeinde Ebersdorf zugeschlagenen Stück des Eichbuschfeldes errichtet worden. Die verkehrsgünstige Lage an der damals stark befahrenen Landstraße von Chemnitz nach Frankenberg und Mittweida war offenbar Grund für den Grafen hier Handwerker anzusiedeln. Das zum Haus gehörige Grundstück hatte 1841 insgesamt eine Größe von 2027 qm. 1889 waren davon nur noch 1910 qm übrig.

Besitzerfolge

 

Urkundlich erwähnt ist 1738, dass Johann Friedrich Beutner, Hausverwalter der Grafschaft in Lichtenwalde, das Haus erbaute; um 1786/87 übernimmt Meister Carl Friedrich Beuthner das Haus seines einige Jahre zuvor gestorbenen Vaters Johann Friedrich per Lehnschein; 1814 übernehmen Johanne Christiane Beutner und ihre gleichnamige Tochter per Lehnschein das von ihrem verstorbenen Ehemann und Vater Karl Friedrich Beutner hinterlassene Haus; um 1816 übernimmt Johanne Christiane Ranft, geborene Beutner, per Lehnschein den Anteil am Haus ihrer verstorbenen Mutter Johanne Christiane verwitweter Beutner; 1824 und 1841 Johanne Christiane verehelichte Ranft; 1889 und 1893 Ernst Julius Hans, Schmied; 1920 Schlossermeister Ernst Arthur Hans im 1. Obergeschoss, darunter wohnt der Handarbeiter Schönherr; 1932 ist der Kontrolleur Artur Hans Hausbesitzer und wohnt im 1. Obergeschoss, darunter zur Miete der Handarbeiter Bruno Schönherr; in den 1970er Jahren und noch danach bewohnt von Hackenberger und Müller.

 

Bemerkungen

 

1738 hatte die Herrschaft das Haus mit einem sehr hohen jährlich zu zahlenden Erbzins belegt. Es stand ihr frei, den Erbzins zu nehmen oder statt dessen 48 Tage Fronarbeit vom Hausbesitzer zu verlangen. Auf diese Weise sicherte sich die Herrschaft genügend Personal zur Pflege ihres Barockgartens in Lichtenwalde.

Das Haus musste mehrmals als Pfand eingesetzt werden. So um 1787, als Mstr. Carl Friedrich Beuthner bei Frau Johanne Christiane Groß, geborener (Ayrerin), ein Darlehn in Höhe von 20 Talern aufnahm. 1814 hat dann Johanne Christiane Beutner ihr Haus verpfändet wegen eines erborgten Kapitals von 50 Talern aus dem Vermögen der minderjährigen Eleonore Ranft zu Oberwiesa.