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Ortelsdorfer Str. 44 (jetzt Niederwiesaer Straße 10)

Lage des Hauses 1942

Das hübsche, im Erdgeschoss aus Stein und darüber in grün-schwarz bemalten Fachwerk 1787 erbaute Häuschen wurde nach einigen Jahren des Verfalls um das Jahr 2002 abgerissen und das Grundstück durch vier Neubauten im Nicht-Stil des 21. Jahrhunderts ersetzt. Einer kleinen dort neu entstandenen Sackgasse gab man den phantastischen Namen „Lauenhainer Straße,“ ein Name, der natürlich seine Berechtigung haben mag, wenn man bedenkt, dass schließlich alle Straßen irgendwann einmal nach Rom führen.

 

Erbauer des Hauses war der Ebersdorfer Töpfer Daniel Linke, welcher 1787 das sehr schmale Grundstück am Rande der damals verkehrsreichen Straße von Chemnitz nach Frankenberg von Herrn Friedrich August, Reichsgrafen Vitzthum von Eckstädt auf Lichtenwalde und Auerswalde, seiner kurfürstlichen Durchlaucht zu Sachsen hochbestallten Kammerherrn und Obersteuereinnehmer (1803), kaufte. Somit kam der Fleck, „auf Lichtenwalder Ritterguths Grund und Boden, an der Straße hinter Ebersdorf,“ an Linke, wurde durch 2 Grenzsteine verraint und nach Ebersdorf geschlagen. Gemessen wurden damals von der Straße bis an Donners Zaun 10 Ellen, dann diesen entlang 93 Ellen, dann wieder zur Straße zu 3 Ellen ( das sind nur etwa 1,7 Meter) und an dieser 94 Ellen zurück zum Ausgangspunkt an der Straße. 1841 wird die Größe des Grundstücks mit umgerechnet 719 qm angegeben.     

Friedrich August Graf Vitzthum von Eckstädt

 

Besitzerfolge

 

1787 Daniel Linke; 1793 kauft  Karl Gottlieb Agsten d. Ä. das Haus von Meister Daniel Linke; 1824 Karl Gottlieb Agsten übernimmt seines Vaters gleichen Namens, des Viehpächters auf dem herrschaftlichen Vorwerk Niederlichtenau, Haus. Da der 1806 geborene Sohn zu dem Zeitpunkt noch zu jung, wird er bei der Kaufhandlung vertreten durch seinen Vormund, den Erbrichter zu Niederlichtenau, Herrn Johann Gottfried Wagner; um 1834/35 Hanne Christiane verwitwete Agsten übernimmt ihres verstorbenen Ehemanns Karl Gottlieb Haus; 1841 Hanne Christiane anderweit verehelichte Irmscher; um 1843/44 Johann Gottfried Hans kauft das Haus von Johanne Christiane verehelichter Irmscher; 1893 Hermann Julius Hauck, Schuhmacher; 1920 die Erben von H. J. Hans. Sonst wohnen im Haus die Schuhmachers-Witwe Julianne Christine Hans im Erdgeschoss und der Stricker K. E. Uhlig; 1932 Hausbesitzerin ist die Ehefrau F. R. Uhlig im Erdgeschoss. Sonst wohnen noch im Haus die Witwe Julianne Hans und Kurt Uhlig.

 

Anmerkungen

 

Beim Kauf des Grundstücks im November 1787 wurde auch festgelegt, dass die Besitzer zukünftig an die Herrschaft Lichtenwalde jährlich 1 Taler und 18 Groschen Erbzins zu zahlen hätten. Soweit nichts besonderes, doch bot man in diesem Fall auch an, dass der Besitzer, statt des Erbzinses zu zahlen, auch jährlich 14 Hoffrontage als Dienstleistung im herrschaftlichen Lust- und Küchengarten (Schlosspark Lichtenwalde) verrichten könnte, vorausgesetzt es wäre ein Mann. Würde aber eine Frau diesen Dienst leisten wollen, so sei sie 21 Tage schuldig. Letztendlich behielt sich aber die Herrschaft vor, darüber zu entscheiden, ob sie den Zins nehmen würde oder die Dienstleistung. Um Schaden an den benachbarten herrschaftlichen Grundstücken zu vermeiden, wurde das Grundstück auch noch mit einem Gänse- und Hühnerhaltungsverbot belegt.