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Ortelsdorfer Straße 41

 

In den Jahren 1993 und 1994 wurde dieser alte Vierseithof komplett abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der Wohnzwecken dient. Die neuen Gebäude vermitteln zwar nicht den Eindruck wie ein Bauerngut, doch halten sie wenigstens in etwa die Grundrisslinien des früheren Gutes ein. Das frühere Gehöft bestand aus Stein-, Fachwerk- und hölzernen Gebäuden, war nicht sehr groß und zuletzt auch teilweise marode.

 

Die zum Gut gehörigen Grundstücke umfassten insgesamt 12 Ruthen Land bzw. eine halbe sächsische Hufe. Bei der Vermessung von 1841 waren das 16,7 ha. Vom Gut aus erstreckte sich das Land in einem schmalen Streifen aus Äckern und Wiesen über die Ortelsdorfer und Frankenberger Straße sowie den Würschnitzbach zur Flurgrenze mit Oberwiesa, wo der Bauer (1841) auch über ein Stück Fichtenhochwald und Erlengehölz verfügte. Der Wirtschaftsweg verlief rechts am Rain. Ein kleiner Teich befand sich kurz vor dem Würschnitzbach links am Rain. Von der ursprünglichen Fläche des Gutes war zuerst das Grundstück Mittweidaer Straße 60 abgegangen, auf welchem sich der alte Bauer Blasius Teichmann 1590/95 ein Auszugshaus baute, das aber nach seinem Tod diesem Zweck nicht mehr diente und dem Gut verloren ging. 1868 ging ein Grundstück für den Bau der (eigentlich schon länger betriebenen) Chemnitz-Annaberger Eisenbahn an den Staat über, auf welchem auch ein Bahnwärterhäuschen errichtet wurde. Um 1900 wurden auch an der Frankenberger Straße Grundstücke zum Bau der Koloniehäuser Nr. 317, 319 und 321 veräußert.

Der Neubau im Frühjahr 2010. Links davor ein Gebäude des Halmschen Gutes

 

Besitzer des Gutes

 

1501 wird die die Wulffin, wahrscheinlich eine Witwe, als Bäuerin genannt; 1530 Simon Teichmann. Sonst wohnt im Gut noch 1 Tochter und 1 Hausgenosse (Mieter) mit seinem Weib; 1554 einigen sich Simon Teichmanns Erben, wobei Blasius Teichmann das Gut übernimmt und der Mutter den Auszug im Gut zusichert; 1562, 1571 und 1575 Blasius Teichmann; 1587 kauft Greger Thein von Lichtenwalde Blasius Teichmans Gut. Teichmann zieht sich in das neu erbaute Auszughaus (Mittweidaer Straße 60) zurück und stirbt 1607; 1589/90, 1595 und 1606 Greger Dhene bzw. Thenn; 1617 und 1622 Greger Dehn bzw. Then; 1620 übernimmt Gregor Thene seines Vaters Gregor Thens d. Ä. Gut; 1625 übernimmt es Hans Thein vom Vater Gregor Thein; 1638 Hans Then, liegt wüst; 1642 Hanß Thenens Gut und dann 1650 Bastian Haubolds wüstes Gut; 1651/52 Hans Thennens, selig, wüstes Gut; 1662 Hans Reichelt übernimmt das wüste Gut Bastian Haubolds; 1669 Hanß Reichel. Dieser ist 1690 Schöffe beim Dorfgericht; um 1706 übernimmt Hans Reichel jun. von Hans Reichel sen.; 1726 kauft  Gottlieb Lorenz des verstorbenen Hans Reichels Gut; Gottlieb Lorenzens Distribution; 1741 Gottlieb Lorenz; 1746 verkaufen Gottlieb Lorenzens Erben das Gut an Michael Francke jun.; um 1753 kauft Michael Wiedemann das  Gut von Michael Francke jun.; um 1761/62 Johann Gottlob Wiedemann übernimmt seines Vaters Michael Wiedemanns Hof; um 1763 Gottlieb Drechßler kauft Johann Gottlob Wiedemanns Gut; um 1763/64 Johann Heinrich Höpner kauft Gottlieb Drechßlers Gut; 1765 und 1766 Joh. Heinrich Höpner bzw. Höppner; 1774 George Heinrich Höppner übernimmt das Gut von seinem gleichnamigen Vater; 1779 George Heinr. Höppner; 1780 (Johann?) Heinrich Höpner; 1780 bis um 1805/06 Georg Heinrich Höppner; um 1805/06 übernimmt Eve Rosine Höppner wiederkäuflich ihres verstorbenen Ehemannes Georg Heinrich Höppners Gut; 1808 Eva Rosine verw. Höppner; 1817 Joh. Michael Höppners übernimmt seiner Mutter Eve Rosine verw. Höppner Halbhufengut; 1823, 1832 und 1841 Johann Michael Höppner; 1889 bis 1920 Karl Julius Metzler; 1932 Gutsbesitzer ist Johannes Illing, wohnt im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss. Mit darin wohnte im Erdgeschoss die Gutsbesitzerswitwe Minna Metzler und im 2. Obergeschoss W. Röber.

 

Anmerkung

 

Der Bauer Michael Wiedemann wurde in den Jahren 1756 bis 1758, als es bei den Ebersdorfer und anderen Bauern der Herrschaft Lichtenwalde zur Verweigerung von Frondiensten gegenüber dem Reichsgrafen von Watzdorf kam, verdächtigt, Rädelsführer der Renitenten zu sein. Dass er ihr Wortführer war steht fest; und wurde auch in den folgenden Gerichtsprozessen so erkannt. Auch Pfändungen erfolgten bei ihm und anderen Bauern. Die Weigerung der Bauern wurde damit begründet, dass sie vorrangig der Besatzungsmacht (Besetzung Sachsens im 7jährigen Krieg) Preußen dienen müssten.

- Für die Wasserversorgung im Dorf ist von Bedeutung, dass das Gut seit 1670 über einen Röhrwasseranschluss verfügte, welcher aus einem Brunnen im Oberdorf (in Höhe Mittweidaer Straße 40) herangeführt wurde.