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Lichtenauer Straße 43

Das Gut war seit 1990 dem Verfall preisgegeben und ist nun, 2013, zum größten Teil abgebrochen. Zuvor war es einst Sitz der LPG „Theodor Körner.“ Am 14. Mai 1880 erhielt der Besitzer Pötzsch vom sächsischen Finanzministerium die Genehmigung das Gut "aus roher Wurzel" an der jetzigen Stelle zu errichten. Der vorherige Standort war unterhalb des jetzigen, etwas östlich, zwischen dem Dorfbach und der Lichtenauer Straße. Die Gebäude wurden so, wie sie unten abgetragen wurden, oberhalb neu aufgeführt. Gründe dafür sind nicht bekannt.

 

Um das Gut herum war ehemals eine Wiese mit Obstbäumen. Nachdem der Hof aber an den jetzigen Standort versetzt worden war, kam es 1932 zur Abtrennung der südwestlichen Hälfte des Gartens, wobei danach das unterste Haus am Eberhardtsteig auf diesem Teil errichtet wurde. Jenseits der Lichtenauer Straße erstreckten sich die Felder, Wiesen und der Wald bis an die Flurgrenze mit Furth. Eingebettet darin war kurz hinter dem Feldherrnhügel ein Teich, der etwa von 1885 bis um 1912 nachweisbar ist und mit dem Umland 1912 zum Übungsplatz kam. Ein Stück weiter querte bis etwa 1885 die Tonstraße das Grundstück. Dort wurde auf den ehemaligen Feldern an der Max-Saupe-Straße (vor 1945 Vitzthumstraße) um 1930 die "Gaststätte am Exerzierplatz" (später Institut und Hundeheim) errichtet und das Gelände gegenüber kam zur Polizeikaserne. In den alten Registern wird das Gut immer in der Größe von 18 Ruthen angegeben und entsprach damit einer Vollbauernstelle (ganzer Lehner).

Gaststätte am Exerzierplatz. Vor 1945.

Besitzerfolge

ehemaliges Wohnhaus

1501 Nicl Otto; 1530 Wolf Bockel, hatte 1 Sohn, 1 Maid; 1548 Clement Otto (war 1554 bis 1557 Schöffe beim Erbgericht Ebersdorf); 1562 Peter Otto; 1563 Caspar Müller kauft Peter Ottos Gut. Verspricht auch des Verkäufers Mutter zu versorgen, die in der Kammer über dem Pferdestall lebt;1569 kauft Ilgen Weinolt den Hof Caspar Müllers; 1571 kauft Jost Köler mit Amtsgunst ein Stück Holz von Ilgen Weinolts Gut. Auch gestattet ihm Weinolt einen freien Weg von der mittlern Straße an Mitte, damit er bis an die Further fahren kann. Es soll aber Käufer die Steine dazu kaufen, auch das Holz mit dem Teich unbehütet lassen; 1575 Valten Beier; 1577 übernimmt es Brosius Doener von Altmittweida von den Vormündern Valten Beyers Witwe und Kindern sowie George Beyer; 1582 Bastian Haubolt kauft den Hof von den Bevollmächtigten Brosius Doeners selig; 1589/90 und 1595 Greger Loß; 1612 Gregor Lose; 1613 Gregor Lose; 1617 Greger Lose; um 1618 übernimmt der Sohn Caspar Lohse; 1622 Caspar Lose; 1627 Caspar Lose; 1638 Gregor Böhme, wüst liegend; 1655 Simon Treupmann übernimmt das wüste Gut, vormals Böhme; 1680 Hans Treupmann (1690 ist Hans Treuptmann Schöffe beim Dorfgericht); 1694 Hans Treupmann; 1695 Hanß Treupmann; 1699 Simon Treupmann übernimmt das Gut seines Vaters Hans; 1704 Christoph Wüstner kauft das Gut; 1710 Christoph Wüstling; 1734 Christoph Wüstners Witwe; 1734 übernimmt Samuel Wüstners seines verstorbenen Vaters Christoph Gut von der Witwe Elisabeth und dem Bruder Johann Christian; um 1763 Samuel Wüstner übernimmt das Gut seines Vaters; um 1796 kauft Johann Michael Pötzsch das Gut Samuel Wüstners; um 1825/26 übernehmen es die Erben per Lehnschein; um 1825/26 Johann Joseph Pötzsch übernimmt seines Vaters Gut; 1841 Joh. Joseph Pötzsch; 1889 Karl August Pötzsch sen.; ab 1896 Ernst Bruno Pötzsch; 1933 und 1943 Bruno Pötzsch, welcher ein Fuhrgeschäft darin betreibt; 1947 Pötzsch.



Merkwürdiges

Pötzschbauerwiese 1998

Unterhalb des Gutes befand sich vor 1990 eine bei den Kindern sehr beliebte Rodelwiese mit Obstbäumen, genannt „Pötzschbauer“, die aber inzwischen moderner Bebauung weichen musste.

Zur Verpfändung des Gutes kam es um 1786/87, weil der Besitzer Wüstner ein Kapital von 15 Reichstalern, welches er aus der Ebersdorfer Armenkasse erborgt hatte, nicht zurück zahlen konnte. Eine weitere Verpfändung erfolgte 1790 wegen einer Schuld von 160 Talern. Auch um 1807 und um 1817 kam es zur Verpfändung des Gutes durch den Besitzer Pötzsch. 1824 kaufte der Bauer Pötzsch ein Stück seines Waldes von einem Hilbersdorfer Bauern Jost zurück, dass sogenannte „mittlere Stück Holz“, welches mit dem benachbarten Bauern Peger rainte.

Lage der ursprünglich zum Gut gehörigen Grundstücke (Karte von 1942)