Aktuelles

30.07.2018

Daten konkretisiert.

Frankenberger Straße 226

 

Irgendwann in den Jahren zwischen 1990 und 2005 ist auch dieses ziemlich schmucklose Haus verschwunden, an dessen Stelle ein neues Gebäude errichtet wurde, in dem zunächst eine Aldi-Filiale, dann ab 2012 ein EDEKA Einkaufsmarkt einzog.

Die Frankenberger Straße landwärts. Kreuzung Am Schnellen Markt. Foto um 1938

 

Der Bauer Carl Friedrich Petzold hatte ein Stück einer ihm gehörigen, aus Wiese und Kiefern-Hochwald bestehenden Parzelle, an der Verbindungsstraße von Chemnitz nach Frankenberg und Mittweida gelegen, an Friedrich August Theodor Anke verkauft. Nachdem am 29. Dezember 1868 die Genehmigung zur Grundstücksteilung und Neuvermessung erteilt worden war, begann im Folgejahr der Neubau eines Wohnhauses durch Anke. Es war zusammen mit dem Nachbarhaus Nr. 228 (Volkshaus) der erste Hausneubau an der Frankenberger Straße nahe der Flurgrenze zu Hilbersdorf. Bald darauf kam es aber schon zu einem Besitzerwechsel. Der neue Eigentümer war Moritz Theodor Schippan, welcher 1872 zu Wohnzwecken das Hintergebäude bauen ließ, dem 1876 noch ein Anbau folgte.

 

Der 1828 geborene Schippan besaß gleichzeitig das Gut Lichtenauer Straße 34, war Friedensrichter in Ebersdorf und Träger des sächsischen Albrechtsordens. Er starb 1905.  

 

 

Hausbesitzer und Mitbewohner

 

1869 Friedrich August Theodor Anke; ab um 1871 Moritz Theodor Schippan; 1890 ist Moritz Theodor Schippan (im Ruhestand) Hausbesitzer, Landwirt, Agent, Düngemittel-Handlung. Mit im Haus wohnen Bernhard Richard Ampos, Expedient, und Theodor Max Schippan, Kaufmann; 1893 Moritz Theodor Schippan, Hausbesitzer, Friedensrichter und Agent; 1901 Moritz Theodor Schippan, Hausbesitzer und Agent; 1902 Schippan, Theodor Max, Kaufmann und Agent, wohnt jetzt im Gut Lichtenauer Straße 34. Das Haus Frankenberger Straße 226 (alte Hausnummer 4) besitzt jetzt Gustav Clemens Selbmann, Kaufmann, Agenturgeschäft und Eigenhandel in Abfallbaumwolle; 1908 Frankenberger Str. 2 (das Hintergebäude) ist Baustelle, Frankenberger Str. 4 Hausbesitzer Selbmann, G. Clem., Kaufmann, Agenturgeschäft und Eigenhandel in Abfallbaumwolle; 1913 betreibt Gustav Selbmann im Haus eine Baumwollabfallhandlung als eingetragene Handelsfirma; 1920 Hausbesitzer ist Gustav K. Selbmann, Rohprodukten-Großhändler, im Erdgeschoß; 1926 Hausbesitzer ist M. Zöllner, Prokurist, Mitbewohner R. Zöllner, Kaufmann und Agent, und W. Zöllner, kaufm. Angestellter; 1933 Hausbesitzer ist A. Rudolph, Witwe, die aber in der Innenstadt, Poststraße 77 wohnt. Im Erdgeschoß wohnt Rudolf Klöpfel, Tiefbauunternehmer, ebenso im Erdgeschoß und darüber Richard Klöpfel, Bauingenieur. Im Obergeschoß Kurt Hamann, Schuhmacher. Auch das Hintergebäude wird wieder bewohnt, jetzt von E. Biedermann, Schlosser, Ihle und Scherf, darin auch Schlosserei; 1943 Hausbesitzer ist Marie Fleischhauer, Witwe, wohnhaft in Kiel. Im Erdgeschoß wohnt Hausverwalterin H. Taut, Hebamme, und die Witwe Franziska Taut. Im Obergeschoß Herbert Krauß, Bahnangestellter. Im Hintergebäude wohnen O. Naumann, Eisendreher, Ernst Voß, kaufm. Angestellter, und I. Schleicher, Werbeleiter.